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12.08.2020 Sanierung oder Neubau ? Jetzt geht es in die letzte Runde!

Sport- und Jugendheim: Sanierung oder Neubau?

 

Angeschoben durch mehrere Informationsabende seitens des TuS Aumühle-Wohltorf für die Gemeindevertreter der unterschiedlichen Aumühler Parteien scheint endlich wieder Bewegung in die seit Jahren andauernden Verhandlungen gekommen zu sein.

Im Jahre 2017, in einem amtlichen Gutachten durch die „Fünfeck -Architektur“ aus Mölln, wurde ein dringender Sanierungsbedarf in Höhe von über 1.005.155,- Millionen Euro für das Sport- und Jugendheim festgestellt. Diese Summe erhöhte sich nun, aufgrund der nach einhelliger Meinung unverständlichen Verzögerung  in den letzten 3 Jahren, auf heute über 1.334.000,- Mio Euro. Im Frühjahr 2019 wurde dem TuS Aumühle-Wohltorf von der neuen Gemeindevertretung endlich eine erste Rate von 100.000,- Euro zugesprochen. Aufgrund intensiver Prüfungen, ob Zuschüsse für eine Sanierung durch das Land zu erhalten wären (was vom Land abgelehnt wurde), wurde das Geld jedoch dem Verein 2019 nicht mehr zur Verfügung gestellt. Wie aber bereits 2019 von der Gemeindevertretung angekündigt, wurde diese Summe dann im Frühjahr 2020 auf 220.000, - Euro aufgestockt.

Im April 2020 begann der mit der Koordinierung der Baumaßnahmen beauftragte Gemeindevertreter, Herr Volker Johannsen (UWG), die bereits vorliegenden Angebote für die Sanierung der Sanitärbereiche und der defekten Haustüren erneut zu prüfen und sich einen Überblick über die anstehenden Maßnahmen zu verschaffen. Aufgrund der seit 2017 allerdings deutlich gestiegenen Kosten und der erneuten Verzögerung der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen stellte der TuS die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Totalsanierung des über 55 Jahre alten Vereinsgebäudes. Da die Gemeinde nun kurzzeitig anscheinend ebenfalls Zweifel an einer wirtschaftlich sinnvollen Sanierung bekam, beschloss diese den bereits 2017 errechneten Sanierungsbedarf erneut durch einen Reinbeker Architekten, Herrn Fahr, auf ihre Kosten überprüfen zu lassen. Erwartungsgemäß bestätigte dieser die Zahlen des alten Gutachtens der „Fünfeck Architektur“ zzgl. der Preissteigerungen seit 2017 und setzte die mögliche Sanierungssumme auf 1.310.000, - Mio Euro fest. Ebenso wie im Gutachten aus dem Jahre 2017 stellte der Architekt fest, „dass längst nicht alle Mängel durch die definierten Baumaßnahmen behoben werden könnten“ und somit nur die gravierenden Mängel durch Baumaßnahmen abgestellt werden würden. In der Folgezeit erhöhte sich diese Summe um weitere „mindestens“ 100.000,- Euro für dringend notwendige Sanierungsarbeiten am Dach des Sport- und Jugendheims, die bisher in dem Gutachten von Herrn Fahr nicht aufgeführt waren. Dies im Beisein von Herrn Johannsen selber, sowie Herrn Samzs, den man kurzfristig als Bausachverständigen hinzugezogen hatte sowie der Firma Holl Dachbau. Herr Fahr, der Reinbeker Architekt, war an diesem Termin leider verhindert war, schloss sich aber im Nachhinein den zusätzlich ermittelten Kosten für die Dachsanierung schriftlich an.

 

Fazit: Somit steht zum heutigen Tage ein dringender Sanierungsbedarf in Höhe von ca. 1,45 Mio Euro nachweislich zu Buche. Der Reinbeker Architekt Herr Fahr wies in seinem abschließenden Gutachten ausdrücklich darauf hin, dass – bei Entscheidung für eine Sanierung, diese in einer gemeinsamen Maßnahme erfolgen müßte, um erneut weitere unnötige Preissteigerungen zu vermeiden und somit Bauabschnitte aus Kostengründen sinnvoll zu verbinden.

„Ich bin schon ein wenig verwundert, welche Zahlen aktuell immer wieder durch die Presse geistern“, sagte der Geschäftsführer des TuS Aumühle-Wohltorf, Olaf Korth. „Alle Zahlen und beide Gutachten liegen allen Beteiligten schriftlich vor. Dort steht alles schwarz auf weiß! Bekannt ist auch, dass es auch mit über 1,45 Mio Euro nicht gelingen kann, das alte Gebäude so herzurichten, dass alle Mängel behoben werden können. Hier geht es insbesondere um das Fundament, die Fußböden und den Wintergarten des Mehrzweckraums“. „Andere Zahlen sind einfach falsch und werden nicht richtiger, wenn man diese immer wieder wiederholt nur weil es in die eigene Argumentation einer Sanierung besser passt!“ Im Übrigen: nicht zu vergessen, dass sich im Gebäude, zum Teil versiegelt, Asbest befindet.

Wenige Tage später stellte der TuS Aumühle-Wohltorf auf eigene Kosten, nun vertreten durch eine bekannte Fachanwaltskanzlei aus Hamburg, eine längst überfällige Bauvoranfrage beim zuständigen Bauamt in Ratzeburg, um eindeutig zu klären, ob ein Neubau überhaupt möglich ist oder ob man damit leben müsste, das alte Gebäude nur zu sanieren. „Wir sind der Auffassung, dass man sorgfältig mit Steuergeldern umgehen sollte“ sagte der Geschäftsführer Herr Korth. „Wenn es einfach sinnvoller ist, ein altes Gebäude abzureißen und dafür ein adäquates neues Gebäude zu errichten (vielleicht auch ein kleineres Gebäude), muss man doch im Vorwege diese Fragen klären. Dieses hätte die Gemeinde übrigens bereits 2017 oder 2019 machen können, dann wären wir heute alle schlauer“. Weiterhin ergänzte Korth „ zu bedenken ist dabei doch auch, dass wir bei einem Neubau davon ausgehen können, dass die heutigen extremen Bewirtschaftungskosten in den nächsten Jahren deutlich sinken und weitere erhaltende bauliche Maßnahmen (wir erinnern uns an die Aussage der Architekten, dass nicht alle Mängel behoben werden können) in den nächsten Jahren nicht vorgenommen werden müssen“. „Natürlich haben wir dafür Verständnis, dass Geld nicht an den Bäumen wächst und man sorgfältig und seriös mit Steuergeldern umgehen sollte, doch muss man dazu alle Fakten auf den Tisch packen, um dann eine für alle Beteiligten tragbare Entscheidung zu fällen. So haben wir der Gemeinde auch das Angebot unterbreitet, den Teil des Vereinsgeländes, auf dem das Vereinshaus und die Tennisplätze stehen, in Erbpacht für einen symbolischen Betrag zu erwerben und damit der Gemeinde Folgekosten nach Fertigstellung des Gebäudes zu ersparen - übrigens ein ursprünglicher Vorschlag der sogar von der UWG selber kam. Damit könnte die Gemeinde sogar auf einen Teil des Nutzungszuschusses verzichten. Das wäre sicherlich auch für uns keine einfache Entscheidung, doch wollen wir damit zeigen, dass auch wir unseren Anteil für eine sportliche Zukunft in Aumühle zahlen wollen.“

Nun bleibt abzuwarten, wie sich das Bauamt entscheidet. Mit einer Entscheidung seitens des Bauamts wird Anfang September 2020 gerechnet. „Sollte sich das Bauamt dafür aussprechen, dass ein Neubau möglich und dieser für eine vergleichbare Summe umsetzbar ist, werden wir gemeinsam mit der Gemeinde prüfen, ob es nicht wirtschaftlich sinnvoller und vielleicht sogar durch zu erwartende Zuschüsse des Landes und Bundes günstiger ist, ein neues (eventuell kleineres )Gebäude, je nach Bedarf der Gemeinde zu errichten (siehe Zuschüsse für die Sporthalle in Wohltorf). Der Finanzausschussvorsitzende der Gemeinde, Herr Kindt von der CDU, hat sich bereit erklärt zu prüfen, welche Zuschüsse und welche zusätzlichen Landesmittel zu erhalten wären. Auch haben sich durch Gespräche mit ihm ergeben, dass es sehr wohl extrem günstige Finanzierungen gibt – die Gemeinde muss sich nur bewegen.

„Sollte das Bauamt einen Neubau ablehnen, werden wir einer Sanierung (mit einigen sinnvollen Anpassungen des Sanierungsvorschlages) auf Basis des von Herrn Fahr erstellten Bauplans in einem Bauabschnitt zustimmen“ sagte Korth. „Dieses ist unbestritten und wir werden hier zu unserem Wort stehen“.

 
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